Alphabet und Aussprache
Ungarisch wird fast so gesprochen, wie es geschrieben wird. Wer die Lautwerte der 44 Buchstaben kennt, kann jedes Wort vorlesen, auch wenn er es noch nie gehört hat. Drei Dinge unterscheiden sich vom Deutschen: Doppelbuchstaben wie sz und cs stehen für einen einzigen Laut, Akzente zeigen lange Vokale an, und die Betonung liegt immer auf der ersten Silbe.
Das Alphabet
Das ungarische Alphabet hat 44 Buchstaben: a, á, b, c, cs, d, dz, dzs, e, é, f, g, gy, h, i, í, j, k, l, ly, m, n, ny, o, ó, ö, ő, p, q, r, s, sz, t, ty, u, ú, ü, ű, v, w, x, y, z, zs. Q, w, x und y kommen nur in Fremdwörtern und Namen vor.
Die Doppel- und Dreifachbuchstaben gelten als eigene Buchstaben. Im Wörterbuch stehen Wörter, die mit cs beginnen, deshalb hinter allen Wörtern mit c, und Wörter mit sz hinter allen mit s. Unser Wörterbuch ist genauso sortiert.
Vokale: kurz und lang
Es gibt sieben Vokalpaare. Der Akzent macht den Vokal lang, bei a und e ändert er zusätzlich die Klangfarbe:
- a ist ein offenes, leicht gerundetes a, fast wie o. á ist ein helles, langes a wie in „Vater“.
- e ist offen und kurz wie in „Bett“, é geschlossen und lang wie in „Beet“.
- i/í, o/ó, u/ú unterscheiden sich nur in der Länge.
- ö/ő und ü/ű sind die kurzen und langen Formen von ö und ü.
Die Länge unterscheidet Wörter: öt heißt „fünf“, őt „ihn/sie“. kor bedeutet „Alter, Zeit“, kór „Krankheit“.
Konsonanten, die anders klingen
Die wichtigsten Unterschiede zum Deutschen:
- s klingt wie deutsches sch: só (Salz) spricht man „schoh“.
- sz ist das deutsche s: szép (schön).
- z ist stimmhaft wie in „Sonne“, zs wie das j in „Journal“.
- c ist das deutsche z: cica (Kätzchen), cs ist tsch: csak (nur).
- gy, ny und ty sind weiche Laute mit der Zunge am Gaumen: magyar, nyár (Sommer), kutya (Hund).
- ly klingt heute wie j: hely (Ort).
- v ist das deutsche w, das r wird gerollt.
Doppelt geschriebene Konsonanten werden länger gesprochen: hal (Fisch) und hall (hört) klingen verschieden. Bei Doppelbuchstaben wird nur der erste Teil verdoppelt: asszony (Frau), meggy (Sauerkirsche).
Betonung und Satzmelodie
Die Betonung liegt immer auf der ersten Silbe, egal wie lang das Wort ist und welche Endungen folgen: magyar, magyarországon. Lange Vokale in späteren Silben bleiben lang, werden aber nicht betont. Ja-Nein-Fragen erkennst du an der Melodie: Sie steigt auf der vorletzten Silbe und fällt am Ende.
Tipp: Mit der Aussprache-Hilfe zerlegst du jedes Wort in Buchstaben und Laute. Für über 5.000 Wörter zeigen wir außerdem die Lautschrift aus Wiktionary.
Merke
s = sch, sz = s, cs = tsch, zs = j in „Journal“. Akzent = lang. Betonung immer vorn.
Häufige Fragen
Wie viele Buchstaben hat das ungarische Alphabet?
44. Dazu gehören die Doppelbuchstaben cs, dz, gy, ly, ny, sz, ty, zs und der Dreifachbuchstabe dzs.
Wo liegt die Betonung?
Immer auf der ersten Silbe des Wortes.
Was bedeuten die Striche auf den Vokalen?
Sie zeigen lange Vokale an. ő und ű sind die langen Formen von ö und ü.
Text: Redaktion Ungarisch.net, Stand 11.10.2026. Tabellenformen: Wiktionary (CC BY-SA 4.0) über kaikki.org.