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Grammatik-Lexikon Ungarisch

Fachbegriffe der ungarischen Grammatik kurz und verständlich erklärt, jeweils mit Beispielen aus unserem Wörterbuch.

Fälle

Akkusativ

Fall des direkten Objekts, Endung -t.

Dativ

Fall des indirekten Objekts und des Besitzers, Endung -nak/-nek.

Instrumental

Fall für „mit“, Endung -val/-vel mit Angleichung des v.

Kasus (Fall)

Grammatische Form eines Nomens, die seine Rolle im Satz anzeigt; das Ungarische hat rund 18.

Temporalis -kor

Endung für Zeitpunkte: háromkor (um drei Uhr), karácsonykor (zu Weihnachten).

Laut und Schrift

Betonung

Im Ungarischen liegt der Wortakzent ausnahmslos auf der ersten Silbe.

Digraph (Doppelbuchstabe)

Zwei Schriftzeichen, die zusammen einen einzigen Laut bezeichnen und im Alphabet als eigener Buchstabe gelten.

Neutrale Vokale

Die Vokale e, é, i und í, die in gemischten Wörtern die Vokalharmonie meist nicht bestimmen.

Vokalharmonie

Die Regel, nach der sich die Vokale einer Endung an die Vokale des Wortstamms anpassen.

Vokallänge

Der Unterschied zwischen kurzen und langen Vokalen, im Ungarischen durch Akzente markiert und bedeutungsunterscheidend.

Ortsfälle

Ablativ

Ortsfall für „von … weg“ auf die Frage woher: -tól/-től.

Adessiv

Ortsfall für „bei, an“ auf die Frage wo: -nál/-nél.

Allativ

Ortsfall für „zu … hin“ auf die Frage wohin: -hoz/-hez/-höz.

Delativ

Ortsfall für „von … herunter“ auf die Frage woher, übertragen „über“: -ról/-ről.

Elativ

Ortsfall für „aus … heraus“ auf die Frage woher: -ból/-ből.

Illativ

Ortsfall für „in … hinein“ auf die Frage wohin: -ba/-be.

Inessiv

Ortsfall für „in, innerhalb“ auf die Frage wo: -ban/-ben.

Sublativ

Ortsfall für „auf … hinauf“ auf die Frage wohin: -ra/-re.

Superessiv

Ortsfall für „auf“ auf die Frage wo: -on/-en/-ön, nach Vokal -n.

Satzbau

Bestimmtes Objekt

Ein Akkusativobjekt, das als bekannt oder eindeutig gilt und die bestimmte Konjugation verlangt.

Existenzsatz

Satz, der aussagt, dass etwas vorhanden ist oder sich irgendwo befindet: van, verneint nincs.

Fokus

Die betonte Stelle direkt vor dem Verb, an der die neue oder hervorgehobene Information steht.

Fragepartikel -e

Partikel für indirekte Ja-Nein-Fragen, an das Verb angehängt: jön-e (ob er kommt).

Höfliche Anrede

Ungarisch siezt mit ön/önök und dem Verb in der 3. Person, daneben mit maga und tetszik.

Kopula

Verbindungsverb zwischen Subjekt und Prädikat, im Deutschen „sein“, im Ungarischen van.

Pro-Drop (Wegfall des Pronomens)

Eigenschaft einer Sprache, das Subjektpronomen wegzulassen, weil die Verbform die Person anzeigt.

Topik

Der Satzteil am Anfang, über den etwas ausgesagt wird; meist bekannte Information.

Verneinung

Ungarisch verneint mit nem, ne, sem und nincs; doppelte Verneinung ist Pflicht.

Sprache und Geschichte

Uralische Sprachen

Sprachfamilie, zu der Ungarisch, Finnisch, Estnisch und weitere Sprachen gehören.

Verb

-lak/-lek-Form

Verbform für „ich … dich/euch“, etwa szeretlek (ich liebe dich).

Aspekt

Unterscheidung zwischen abgeschlossener und andauernder Handlung, im Ungarischen meist über Verbalpräfixe.

Bestimmte Konjugation

Verbformen, die bei bestimmtem Objekt stehen, etwa látom (ich sehe es) statt látok.

Futur

Zukunftsform mit fog und Infinitiv: látni fogok.

Imperativ

Befehlsform, im Ungarischen mit -j- gebildet: tanulj!, olvass!

Konditional

Modus für Wunsch, Möglichkeit und Höflichkeit, Kennzeichen -na/-ne.

Modus

Aussageweise des Verbs: Indikativ, Konditional und Imperativ/Subjunktiv.

Präteritum (Vergangenheit)

Die einzige Vergangenheitsform des heutigen Ungarisch, gebildet mit -t oder -tt.

Subjunktiv

Die Imperativform in Nebensätzen nach Verben des Wollens und Sollens.

Unbestimmte Konjugation

Verbformen, die ohne Objekt oder mit unbestimmtem Objekt verwendet werden.

Verbalpräfix

Vorsilbe wie meg, el, ki, be, die Richtung oder Abschluss ausdrückt und sich vom Verb trennen kann.

Verbstamm und Grundform

Der Teil des Verbs, an den die Endungen treten; im Wörterbuch steht die 3. Person Singular Präsens.

Zischlaut-Regel

Nach Stämmen auf s, sz, z, dz endet die 2. Person Singular Präsens auf -ol/-el/-öl statt -sz.

ik-Verb

Verb, dessen Grundform (3. Person Singular) auf -ik endet, etwa lakik oder eszik.

Wortarten

Adverb

Umstandswort; aus Adjektiven mit -an/-en oder -ul/-ül gebildet.

Artikel

Begleiter des Nomens: a/az als bestimmter, egy als unbestimmter Artikel.

Genus (grammatisches Geschlecht)

Einteilung der Nomen in Klassen wie maskulin, feminin, neutrum. Ungarisch hat kein Genus.

Komparativ

Erste Steigerungsstufe des Adjektivs, Endung -bb: nagyobb (größer).

Ordnungszahl

Zahl, die eine Reihenfolge angibt: első, második, harmadik.

Postposition

Verhältniswort, das hinter dem Nomen steht: a ház előtt (vor dem Haus).

Superlativ

Höchste Steigerungsstufe, gebildet mit leg- und dem Komparativ: legnagyobb.

Wortbildung

Agglutination

Sprachbau, bei dem grammatische Bedeutungen durch aneinandergereihte, klar abgrenzbare Endungen ausgedrückt werden.

Bindevokal

Vokal, der zwischen Stamm und Endung eingeschoben wird, wenn der Stamm auf Konsonant endet.

Personalsuffix

Endung, die eine grammatische Person ausdrückt, am Verb als Subjekt, am Nomen als Besitzer.

Plural

Mehrzahl, im Ungarischen mit der Endung -k gebildet.

Possessivsuffix

Endung am Nomen, die den Besitzer anzeigt: házam (mein Haus).

Stammwechsel

Veränderung des Wortstamms vor Endungen, etwa ló → lovak oder madár → madarat.

Suffix

Eine Endung, die an einen Wortstamm angehängt wird und Fall, Person, Zeit oder Wortart ausdrückt.

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